liebetiger

Wie gerne spüre ich sein süßes, kleines Gewicht auf mir.
Wie gerne bin ich sein Opfer, sein Verkehrsübungsplatz. Wie gerne rieche ich ihn, diesen Kindergeruch, immer etwas dominiert von irgendeiner Hautcreme, die für irgendwas oder gegen irgendwas gut sein soll.
Wenn ich lange genug stillhalten kann, was mir besonders am Samstag nicht sehr schwer fällt, denn da bin ich meistens hundemüde, schläft er in meiner Armbeuge wieder ein. Ich kann ihn nicht sehen, denn wenn ich meinen Kopf bewege, fallen die Autos, die er mir auf der Stirn geparkt hat, herunter.
Aber ich kann ihn spüren, fühlen, riechen und seinen leisen Atem hören.
Es ist eine wunderschöne Zeit.
Erst Jahre später wird mir bewusst werden, dass ich damals sehr glücklich war.
In dieser wunderschönen Zeit wird er mein Freund und wenn ich „ich liebe dich“ zu ihm sage, dann antwortet er mit einem leise gemurmeltem  „ich auch liebe tiger“.

 
Mein lieber kleiner „liebe tiger.“